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Psychopharmaka absetzen

Abhängigkeit von Psychopharmaka
Gemeinhin wird von Psychiatern behauptet, dass Psychopharmaka nicht abhängig machen. Dies ist zu hinterfragen.
Bei einigen Psychopharmaka ist man sich einig, dass sie definitiv suchterzeugend sind: Benzodiazepine und viele Schlafmittel führen bereits nach wenigen Wochen zu Gewöhnung und im weiteren Verlauf zu Abhängigkeit. Faktisch kann es bei allen Psychopharmaka zu ernsthaften Probleme psychischer und physischer Natur kommen, wenn man den Versuch unternimmt, ohne sie zu leben. Viele Betroffene greifen dann freiwillig wieder zu den Tabletten, nur um die Schmerzen, Zustände und Gemütsverfassungen nicht mehr ertragen zu müssen.

Völlig unwissenschaftliche Erklärungen dienen dann dazu, die Notwendigkeit Psychopharmaka weiter zu nehmen zu rechtfertigen und den Patienten in seiner Abhängigkeit zu belassen.
Oft genug werden diese auftretenden Zustände und Schmerzen von den Psychiatern als das verstärkte Wiederauftreten “der Krankheit” bezeichnet, oder dem Patienten wird erklärt, er sei unheilbar krank und müsse die Tabletten bis an das Ende seiner Tage nehmen. Wieder andere Psychiater behaupten, wer keine Nebenwirkungen spürt, der hat “die Krankheit”; wer Nebenwirkungen erfährt, hat diese Krankheit nicht.

Medizinisch gesehen greifen Psychopharmaka extrem in den Gehirnstoffwechsel ein. Beim Absetzen des Medikaments wird ein Mangel an den vorher durch Psychopharmaka zugeführten Wirkstoffen erzeugt. Da aber die unterschiedlichen Gehirnfunktionen mit allen Körpersystemen zusammenhängen, wirkt sich dieser Mangel auch auf die beteiligten Systeme aus. So kann es zu Kreislaufbeschwerden und Verdauungsstörungen kommen, zu Stimmungsschwankungen und Schlafproblemen, schweren Krampfanfällen, sowie zu Problemen in der Körpertemperaturregulation. Man kann sich kränklicher, depressiver, verwirrter oder aggressiver fühlen. Dies ist nur eine kleine Aufzählung möglicher negativer Auswirkungen.

Das Gehirn versucht, das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen, was unangenehme Folgen nach sich zieht. Es ist also wichtig, das Medikament nicht abrupt abzusetzen. Der sogenannte “schleichende Entzug” gibt dem Körper wieder Zeit, seine Normalität herzustellen. Dieser Prozess des schleichenden Absetzens eines Psychopharmakons kann sogar Jahre dauern und dennoch können Nebenwirkungen auftreten.
Absetzen
Wenn Sie sich entschieden haben, Psychopharmaka aus welchen Gründen auch immer nicht mehr zu nehmen, gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten. Der wichtigste ist:

Konsultieren Sie bezüglich Ihrer Pläne immer einen Arzt!


Setzen Sie Psychopharmaka nur unter ärztlicher Aufsicht ab. Wenn Ihnen Ihr Arzt dabei nicht behilflich sein will, finden Sie einen anderen Mediziner, der Sie in Ihren Bestrebungen respektiert und unterstützt.
Setzen Sie Psychopharmaka niemals einfach ab. Psychopharmaka greifen grundlegend in den chemischen Haushalt des Körpers ein. Wird die Dosierung abrupt oder zu schnell herabgesetzt, kommt der Körper nicht mit der Umstellung nach und es kann zu schweren Entzugserscheinungen, die verhüllend Absetzerscheinungen genannt werden, kommen. Viele Menschen schaffen dann den Sprung in ein Leben ohne Psychopharmaka nicht, da die Folgen beim Absetzen noch schmerzhafter sind als die Nebenwirkungen der Medikamente.

Es ist empfehlenswert, auch zur allgemeinen Unterstützung und Entgiftung des Körpers, einen erfahrenen ganzheitlich und/oder orthomolekular orientierten Mediziner zu konsultieren.

Literatur und Links zum Absetzen von Psychopharmaka
Buchempfehlung:
Peter Lehmann – Psychopharmaka absetzen
Erfolgreiches Absetzen von Neuroleptika, Antidepressiva, Phasenprophylaktika, Ritalin und Tranquilizern
The road back – How to Get Off Psychoactive Drugs Safely – www.theroadback.org
Umfassende Website zum Thema Absetzen mit Buch zum Herunterladen (nur englische Sprache)
The Icarus Project und Freedom Center – Harm Reduction
Leitfaden zum risikoarmen Absetzen von Psychopharmaka
Deutsche Übersetzung von Inez Kochius – PDF >>
Antipsychiatrieverlag – Absetzen von Psychopharmaka >>
Homepage des deutschen Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE) e.V. >>
Matthias Seibt – Wie man von Psychopharmaka herunterkommt – PDF >>
Information über Psychopharmaka allgemein

Anmerkung: Keine Information auf dieser Seite ist in irgendeiner Form als ärztlicher, diagnostischer oder medizinischer Rat zu werten oder zu verstehen. Die Einnahme oder das Absetzen von Psychopharmaka muss immer in Absprache mit einem zuständigen Arzt erfolgen.

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