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Verschreibungsgruppen in Österreich bei Kindern

In Österreich wird von Psychiatern gerne behauptet, dass Allgemeinmediziner die größte Gruppe bei der Verschreibung von Psychopharmaka darstellen.
Dies wird in der Regel immer dann argumentiert, wenn Psychiater medial für die Überverschreibung von Psychopharmaka insbesondere bei Kindern und Jugendlichen kritisiert oder infrage gestellt werden.
Die Argumente kommen dann in folgender Reihenfolge

  • a, Das Problem sind die Allgemeinmediziner
  • b, Allgemeinmediziner sind die größte Verschreibungsgruppe von Psychopharmaka
  • c, Die Verschreibung von Psychopharmaka gehört ausschließlich unter die Kontrolle der Fachärzte
  • d, In Österreich herrscht ein Mangel an Psychiatern
  • e, Wir brauchen mehr Psychiater in Österreich.
Die Bürgerkommission für Menschenrechte hat sich die Mühe gemacht, die Wahrheit zu recherchieren.

  • a, die Verursacher für Überverschreibung können nur Psychiater sein, da Psychopharmaka facharztpflichtige Medikamente sind, und der Erstverschreiber immer ein Facharzt sein muss, daher üblicherweise ein Psychiater oder Neurologe. Allgemeinmediziner können nur im “Fahrwasser” der Fachärzte wiederverschreiben, da sie für eine Erstverschreibung immer an einen Facharzt verweisen müssen.
  • b, Mitnichten sind Allgemeinmediziner die größte Verschreibungsgruppe, sondern genau das Gegenteil ist der Fall. Anhand des Beispiels “Verordnungen von Methylphenidat und Atomoxetin” kann gesehen werden, dass 46% der Verschreibenden Allgemeinmediziner, und 38% Fachärzte sind. 16% “Sonstige” setzen sich wieder aus Fachärzten zusammen, da dies hauptsächlich Ambulatorien und Ambulanzen umfasst.
    So gesehen kann man sagen: 46% Allgemeinmediziner und 54% Fachärzte. Was diese Statistik aber nicht in Relation setzt ist die Anzahl von Allgemeinmedizinern und Fachärzten.
    Bezieht man diesen Faktor mit ein, dann ergibt sich 71% Fachärzte, 16% Sonstiges (also wieder Fachärzte) und 13% Allgemeinmediziner.
  • c, Dieser Wunsch ist verständlich, sichert er doch das Einkommen für Psychiater
  • d, und e, sind Aussagen die die Bürgerkommission nicht kommentiert

Die Statistik für 2010 und 2011 entsprechen der Statistik von 2012 und werden gerne auf Wunsch zugesendet.

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