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Unrühmliche Geschichte und gegenwärtige Praktiken der Psychiatrie – Eröffnung der Ausstellung „Psychiatrie–Tod statt Hilfe“

Wie Österreichs bekanntester Kindermörder, NS-Arzt Heinrich Gross seinen Gutachter-Status verlor

Wien (OTS) – Die Bürgerkommission für Menschenrechte konnte heute bei der Eröffnung ihrer Ausstellung gleich zwei besondere Ehrengäste begrüßen.

Die Einführungsrede wurde vom Sprecher der Bürgerkommission für Menschenrechte Europas (CCHR Europe)Bernd Trepping gehalten, der während seines Engagements für Menschenrechte in der Psychiatrie mit über 10.000 Beschwerden an öffentliche Stellen auf Menschenrechtsverletzungen durch Psychiater hingewiesen hat. Die Ausstellung “Psychiatrie-Tod statt Hilfe” hat in Deutschland über 100.000 Besucher angezogen. Erst im Jahre 2010, hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) sich letztendlich doch öffentlich zu den Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekannt und den Massenmord an ca. 300.000 Psychiatriepatienten im Dritten Reich eingestanden.

Mit seiner Hauptrede sorgte Gerichtspräsident i.R. Dr. Karlheinz Demel für eine Überraschung. Als vormaliger Präsidialrichter hatte er Einblick in die Gerichtsakten des NS-Arztes Heinrich Gross. Wie die Geschichte später zeigte, war Gross nicht nur der Kindermörder vom Spiegelgrund, sondern er zerstörte in seiner Tätigkeit als psychiatrischer Gutachter auch sonst viele Leben.

Was in den Berichterstattungen der skandalösen Geschichte Gross unterging, ist die Tatsache, dass es Dr. Karlheinz Demel war, der Heinrich Gross, trotz seiner Seilschaften, die Lizenz als Gutachter entzogen hat. Abgestoßen von den Machenschaften eines Heinrich Gross hatte er als einziger zu der damaligen Zeit den Mut zu diesem Schritt.

In Wien wurden im Pavillon 15 auf der Baumgartner Höhe, wo es laut Gesundheitsstadträtin Wehsely “halt damals so Usus war”, Kinder schlimmer als Tiere gehalten. In der Klinik Hoff wurde aufmüpfigen Jugendlichen die Teenager-Rebellion mittels Elektroschocks “am laufenden Band” ausgetrieben.

Heute bekommen Kinder und Jugendliche Psychopharmaka zur Ruhigstellung oder Aufmunterung von der Psychiatrie verschrieben, anstatt sich wirklich mit ihren Problemen auseinanderzusetzen.

Therapieziel war und ist “der freudige Gehorsam des Kindes”
Zitat Franz Hamburger, österreichischer, nationalsozialistischer Pädiater

Die Ausstellung zeigt in 14 Stationen die Geschichte und die heutigen Praktiken der Psychiatrie – Erfundene Krankheiten – Psychodrogen -E-Schocks. Sie beinhaltet Dokumentarfilme mit Interviews von über 160 Experten aus den Bereichen Recht, Medizin, Psychiatrie sowie Interviews mit Überlebenden der Psychiatrie.

Wann: 23.März bis 1. April 2015
Montag bis Samstag von 10.00 bis 21:00
Sonntag von 13:00 bis 19:00
Ort: Palais Palffy – Josefsplatz 6,1010 Wien

Freier Eintritt.
Anmeldung für spezielle Führungen unter der Mailadresse: pr@cchr.at

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